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By Helmut Gruber

ISBN-10: 3824440628

ISBN-13: 9783824440627

Diese Arbeit entstand im Rahmen des Forschungsprojekts "Sprache und Vorurteil," das vom Oktober 1987 bis Oktober 1989 unter der Lei tung von Ruth Wodak am Institut fur Sprachwissenschaft an der Uni versitat Wien durchgefuhrt wurde. Dieses Projekt hatte sich zur Aufga be gesetzt, Ausserungsformen antisemitischer Vorurteile im Nach kriegsosterreich zu untersuchen, nachdem diese im Zuge der Affare "Waldheim" in der osterreichischen Offentlichkeit unuberhorbar gewor den waren und in Osterreich, sowie (in weit starkerem Ausmass) im Ausland zu scharfen Reaktionen gefuhrt hatten. Uber die unmittelbare Betroffenheit daruber, dass mehr oder weniger offener Antisemitismus nach 1945 in diesem Land wieder moglich geworden warfare, hinaus, lag das Interesse v. a. darauf, wie das offiziell am meisten geachtete Vorur teil trotzdem wieder eine Rolle in der politischen und offentlichen Aus einandersetzung spielen konnte. Ursprunglich nur als ein Kapitel der Untersuchung von Vorurteilen in den Printmedien konzipiert, erlangte dieser Teil des Projekts aufgrund der Fulle des Untersuchungsmateri als einen Umfang, der es sogar notwendig machte, die ungekurzte model im Projektendbericht nur als Anhang zu veroffentlichen (vgl. PROJEKTTEAM "SPRACHE UND VORURTEIL," 1989, Bd. I und 11). Standen in der Projektarbeit v. a. Materialanalysen im Mittelpunkt, so versuche ich im Rahmen dieses Buches die verschiedenen Realisie rungsformen antisemitischer Vorurteile zu systematisieren und auf grund dieser Resultate die allgemeinen linguistischen Moglichkeiten Da Antisemitismus im von Vorurteilskommunikation herauszuarbeit

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A. ein Aspekt, nämlich der Zusammenhang unterschiedlicher Arten solcher "Mediengrammatiken" mit den politischen und massenmedialen Kulturen in verschiedenen Ländern (vgl. MAZZOLENI, 1987; HALLlNjMANZINI, 1984; GRABER, 1976; SIUNE, 1981). h. daß die Ergebnisse einer Medienanalyse immer nur auf dem Hintergrund einer spezifischen gesellschaftlichen und politischen Realität ausreichend erklärt werden können. a. ihr Beitrag zur Konstitution und zum Zusammenhang sozialer Gruppen betont wird. Gerade diese Funktion macht sie auch zu einem Mittel politischer Machtergreifung und -erhaltung.

52- Die Autoren verwendeten ein ausgeklügeltes und feinmaschiges Kategorienraster, das nicht nur rein inhaltliche Kategorien sondern auch "Präsentationsstrategien" umfaßte. Dabei zeigte sich, daß eine zentrale Präsentationsstrategie antisemitischer Vorurteile in den untersuchten Medien die des "Zitierens" war (Judenfeindliche Stellungnahmen von Politikern oder bekannten jüdischen Persönlichkeiten wurden kommentarlos wiedergegeben). Dieses Ergebnis erbrachte auch die im folgenden darzustellende Untersuchung zweier österreichischer Tageszeitungen, doch zeigte gerade die linguistische Analyse dieser Präsentationsstrategie, daß die Verwendung von Zitaten nur eine Spielart des Einsatzes der Diskursrepräsentation zur Vorurteilsvermittlung ist, daß sie abhängig von der Textsorte unterschiedliche Funktionen haben kann und daß es schließlich neben der impliziten Bewertung Dritter in Zitaten auch eine implizite Bewertung des Sprechers in den Augen der Leser geben kann.

H. der Untersuchung aller -46Textsorten und aller Diskursebenen einer Berichterstattungskette (vgl. BUCHER, 1986). Neben diesen textsortenspezifischen Möglichkeiten der Kodierung von Ereignissen als Nachrichten gibt es auch themenspezifische. ) Diese Mediengrammatiken bestimmen die Aufeinanderfolge bestimmter Teilinhalte, die Verwendung unterschiedlicher verbaler und nonverbaler Codes und die Hervorhebung bestimmter Aspekte der Ereignisse. a. für die Untersuchung von TV-Nachrichten entwickelt wurde, können wir erwarten, daß auch auf dem Sektor der Printmedien ähnliche Präsentationsstrategien herrschen.

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